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Absicherung & Vorsorge

Risikolebensversicherung vs. Begräbniskostenversicherung – wann welches Produkt sinnvoll ist

10 Min. Lesezeit
29. April 2026

Zwei Produkte, zwei Zwecke – aber oft werden sie verwechselt: Die Risikolebensversicherung sichert die finanzielle Existenz Ihrer Hinterbliebenen mit hohen Summen ab. Die Begräbniskostenversicherung deckt gezielt die Kosten der Bestattung. Dieser Ratgeber erklärt den Unterschied im Detail, zeigt wann welches Produkt das richtige ist – und wann beide zusammen sinnvoll sind.

Direkter Produktvergleich

Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:

MerkmalRisikolebensversicherungBegräbniskostenversicherung
ZweckExistenzsicherung der HinterbliebenenDeckung der Bestattungskosten
VersicherungssummeHoch (100.000–500.000 €)Niedrig (5.000–20.000 €)
KapitalaufbauNein – reines RisikoproduktJa – Sparanteil vorhanden
Erlebensfall-LeistungKeine – Prämien verfallenRückkaufswert wird ausgezahlt
GesundheitsprüfungImmer erforderlichOft nicht nötig (besonders für Ältere)
WartezeitKeine (außer Suizid)30–60 Monate (außer Unfalltod)
Laufzeit15–30 JahreBis Deckungssumme erreicht
Prämie (Beispiel, 40J.)ca. 15–40 €/Monat (300.000 €)ca. 20–30 €/Monat (8.000 €)
Geeignet fürFamilien, Kreditnehmer, AlleinverdienerAlle Altersgruppen, Senioren, Alleinlebende

Risikolebensversicherung – wofür sie da ist

Für wen sinnvoll

  • Junge Familien mit Kindern
  • Alleinverdiener-Haushalte
  • Immobilienkreditnehmer (Schuldenabdeckung)
  • Selbstständige mit abhängigen Angehörigen
  • Geschäftspartner (gegenseitige Absicherung)

Weniger geeignet wenn

  • Keine Hinterbliebenen, die abgesichert werden sollen
  • Keine Schulden, kein Kredit, kein Unternehmensrisiko
  • Beide Partner verdienen gleich gut
  • Im höheren Alter (Prämien sehr teuer)
  • Sie wollen im Erlebensfall auch etwas zurückbekommen
Prämienbeispiel: Mann, 35 Jahre, Nichtraucher, gesund. Versicherungssumme 300.000 EUR, Laufzeit 25 Jahre: ca. 20–35 EUR monatlich. Raucher zahlen typisch 40–80 % mehr.

Welches Produkt passt zu welcher Situation?

Familie mit Kindern, Immobilienkreditnehmer, 35 Jahre

Risikolebensversicherung

Der Wegfall des Einkommens würde die Familie existenziell gefährden. 300.000 € Ablebensschutz sichert Kreditrückzahlung und Lebensunterhalt für Jahre.

Pensionist, alleinlebend, wenig Ersparnisse, 68 Jahre

Begräbniskostenversicherung

Keine Hinterbliebenen, die existenziell abgesichert werden müssen. Das einzige Risiko: Die Familie bleibt auf den Bestattungskosten sitzen.

Junges Paar mit Kindern, Alleinverdiener, Eigenheim, 42 Jahre

Beide Produkte kombiniert

Risikolebensversicherung für die Existenzsicherung der Familie + Begräbniskostenversicherung für die unmittelbaren Bestattungskosten. Optimal abgesichert.

Älteres Paar, Kinder erwachsen, mittleres Vermögen, 60 Jahre

Begräbniskostenversicherung (für beide)

Die Kinder sind versorgt, die Existenzsicherung ist kein Thema mehr. Aber die Bestattungskosten für den jeweils anderen Partner sollen gesichert sein.

Junger Selbstständiger, Partner berufstätig, keine Kinder, 30 Jahre

Risikolebensversicherung (optional)

Wenn der Partner selbst gut verdient und kein Immobilienkredit besteht, ist die Absicherung optional – aber günstig einzukaufen. Begräbniskostenversicherung als spätere Ergänzung.

Persönliche Beratung

Individuelle Empfehlung für Ihre Situation

Ob Risikolebens-, Begräbniskosten- oder beides – ich analysiere Ihre persönliche Situation und empfehle das Produkt, das wirklich passt. Kostenlos und unabhängig.

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Häufig gestellte Fragen

Kann ich Risikolebensversicherung und Begräbniskostenversicherung kombinieren?
Ja – und in vielen Fällen ist das sogar die optimale Lösung. Die Risikolebensversicherung übernimmt die Existenzsicherung der Hinterbliebenen (hohe Summe, kein Kapitalaufbau), während die Begräbniskostenversicherung die konkreten Bestattungskosten abdeckt. Gemeinsam kostet eine solche Kombination für einen 45-jährigen oft 70–100 EUR monatlich und bietet umfassenden Schutz.
Ist die Risikolebensversicherung wirklich "verlorenes Geld" wenn ich nicht sterbe?
Ja – im Erlebensfall erhalten Sie bei einer reinen Risikolebensversicherung nichts zurück. Aber das ist kein Nachteil: Das ist dasselbe Prinzip wie bei der Haftpflichtversicherung oder KFZ-Versicherung. Sie zahlen für den Schutz. Für die gleiche Prämie bekommen Sie bei der Risikolebensversicherung eine viel höhere Versicherungssumme als bei einer gemischten Lebensversicherung. Das macht sie zur effizientesten Form der Absicherung.
Wann ist die Risikolebensversicherung besonders günstig?
Am günstigsten ist die Risikolebensversicherung für junge, gesunde Nichtraucher. Mit 30 Jahren zahlt man für 300.000 EUR Schutz bei 20 Jahren Laufzeit oft nur 12–25 EUR monatlich. Mit 50 Jahren kann dieselbe Deckung das Drei- bis Fünffache kosten. Frühzeitiger Abschluss ist der entscheidende Hebel – und die Prämie bleibt für die gesamte Laufzeit konstant.
Was passiert mit meiner Risikolebensversicherung wenn ich aufhöre zu zahlen?
Bei einer Risikolebensversicherung endet der Versicherungsschutz, wenn Sie die Prämien nicht mehr zahlen. Es gibt keinen Rückkaufswert. Das ist strukturell anders als bei der Begräbniskostenversicherung, die einen Sparanteil hat und bei Kündigung den Rückkaufswert auszahlt. Bei vorübergehenden finanziellen Engpässen können Prämienfreistellungen vereinbart werden – sprechen Sie Ihren Versicherer oder Makler an.
Wie hoch sollte die Versicherungssumme bei der Risikolebensversicherung sein?
Als Faustregel empfehlen Experten 3–5x des Bruttojahreseinkommens. Bei einem Jahreseinkommen von 60.000 EUR wären das 180.000–300.000 EUR. Zusätzlich sollten offene Kreditverbindlichkeiten berücksichtigt werden. Wer 200.000 EUR Hypothek hat, braucht entsprechend mehr Schutz. Als Makler berechne ich Ihren individuellen Bedarf im Erstgespräch kostenlos.
Brauche ich eine Risikolebensversicherung wenn ich kein Immobilienkreditnehmer bin?
Auch ohne Immobilienkredit kann eine Risikolebensversicherung sinnvoll sein – immer dann, wenn Hinterbliebene von Ihrem Einkommen abhängig sind. Das betrifft Alleinverdiener-Haushalte, Familien mit kleinen Kindern, aber auch Selbstständige, deren Unternehmen von ihrer Arbeitskraft abhängt. Wenn Ihr Partner gut verdient, keine Kinder vorhanden sind und kein Kredit besteht, kann man auf die Risikolebensversicherung verzichten.

Quellen und weiterführende Informationen

Haben Sie Fragen zu Ihrer Situation?

Jeder Fall ist individuell. Lassen Sie uns gemeinsam die beste Lösung für Sie finden.