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Private Krankenversicherung

Was kostet eine private Krankenversicherung wirklich?

8 Min. Lesezeit
20. Februar 2024

Das Wichtigste vorab

Stand: Februar 2026 | Richtwerte für Österreich

Die PKV-Kosten sind individuell und hängen von vielen Faktoren ab. Pauschalaussagen sind nicht möglich. Dieser Artikel zeigt Ihnen, was die PKV wirklich kostet und wie Sie Kosten sparen können.

Was kostet die private Krankenversicherung?

Die Kosten für eine private Krankenversicherung variieren stark je nach:

  • Eintrittsalter: Je jünger, desto günstiger der Einstieg
  • Gesundheitszustand: Vorerkrankungen können zu Zuschlägen führen
  • Leistungsumfang: Basis, Komfort oder Premium-Tarif
  • Selbstbehalt: Höherer Selbstbehalt = niedrigerer Beitrag
  • Versicherer: Unterschiedliche Preise bei gleichen Leistungen

Realistische Kostenbeispiele

Beispiel 1: Selbstständiger, 30 Jahre, gesund

Basis-Tarif

180 €

pro Monat

  • ✓ Allgemeine Gebührenklasse
  • ✓ Kassenarzt-Niveau
  • ✓ 1.000 € Selbstbehalt

Komfort-Tarif

280 €

pro Monat

  • ✓ Sonderklasse
  • ✓ Chefarztbehandlung
  • ✓ 500 € Selbstbehalt

Premium-Tarif

420 €

pro Monat

  • ✓ Top-Leistungen
  • ✓ Heilpraktiker
  • ✓ Kein Selbstbehalt

Beispiel 2: Freiberufler, 40 Jahre, leichte Vorerkrankung

Basis-Tarif

250 €

pro Monat

inkl. 30 € Risikozuschlag

Komfort-Tarif

380 €

pro Monat

inkl. 50 € Risikozuschlag

Premium-Tarif

580 €

pro Monat

inkl. 80 € Risikozuschlag

Beispiel 3: Unternehmerin, 50 Jahre, gesund

Basis-Tarif

380 €

pro Monat

Komfort-Tarif

520 €

pro Monat

Premium-Tarif

780 €

pro Monat

Die Kostenfaktoren im Detail

1. Eintrittsalter - Der wichtigste Faktor

Je früher Sie eintreten, desto günstiger ist Ihr Beitrag. Das liegt an den Altersrückstellungen, die die PKV bildet.

EintrittsalterMonatsbeitrag (Komfort)Unterschied zu 30 Jahren
25 Jahreca. 250 €-30 € (-11%)
30 Jahreca. 280 €Referenz
35 Jahreca. 320 €+40 € (+14%)
40 Jahreca. 380 €+100 € (+36%)
45 Jahreca. 450 €+170 € (+61%)
50 Jahreca. 520 €+240 € (+86%)

2. Gesundheitszustand

Vorerkrankungen können zu Risikozuschlägen oder Leistungsausschlüssen führen. Typische Zuschläge:

  • Leichter Bluthochdruck (gut eingestellt)+30-50 €/Monat
  • Schilddrüsenerkrankung (unter Kontrolle)+20-40 €/Monat
  • Leichte psychische Erkrankung (ausgeheilt)+50-100 €/Monat
  • Diabetes Typ 2 (gut eingestellt)+100-200 €/Monat
  • Chronische RückenproblemeOft Ausschluss statt Zuschlag

Gut zu wissen: Risikozuschläge können nach einigen Jahren wegfallen, wenn sich Ihr Gesundheitszustand verbessert. Leistungsausschlüsse bleiben meist dauerhaft bestehen.

3. Leistungsumfang

Sie haben die Wahl zwischen verschiedenen Leistungsstufen:

Basis-Tarif

ca. 180-250 €

  • ✓ Allgemeine Gebührenklasse
  • ✓ Kassenarzt-Niveau
  • ✓ Grundversorgung Zahn
  • ✓ Hoher Selbstbehalt
  • — Keine Extras

Komfort-Tarif

ca. 280-380 €

  • ✓ Sonderklasse
  • ✓ Chefarztbehandlung
  • ✓ Gute Zahnleistungen
  • ✓ Mittlerer Selbstbehalt
  • ✓ Einige Extras

Premium-Tarif

ca. 420-580 €

  • ✓ Top-Sonderklasse
  • ✓ Spezialisten-Zugang
  • ✓ Premium Zahnersatz
  • ✓ Heilpraktiker
  • ✓ Alle Extras inkl.

4. Selbstbehalt - Das Sparpotenzial

Mit einem Selbstbehalt übernehmen Sie einen Teil der Kosten selbst. Dafür sinkt Ihr Monatsbeitrag erheblich.

Selbstbehalt pro JahrErsparnis pro MonatLohnt sich wenn...
0 € (kein SB)0 €Sie viele Arztbesuche haben
300 €ca. -30 €Sie 1-2x pro Jahr zum Arzt gehen
600 €ca. -50 €Sie selten krank sind
1.000 €ca. -70 €Sie sehr gesund sind
2.000 €ca. -100 €Nur für Gesunde mit Rücklagen

Tipp: Selbstbehalt als Sparstrategie

Mit einem 600 € Selbstbehalt sparen Sie im Jahr ca. 600 € Beiträge. Selbst wenn Sie den vollen Selbstbehalt ausschöpfen, haben Sie nichts verloren - nutzen Sie ihn aber nicht, haben Sie 600 € gespart.

Kostenentwicklung im Alter

Eine häufige Sorge: Werden die Beiträge im Alter unbezahlbar? Die Antwort ist differenziert:

So entwickeln sich PKV-Beiträge

  • Altersrückstellungen: PKV bildet Rücklagen für höhere Kosten im Alter
  • Beitragssteigerungen: Durchschnittlich 3-4% pro Jahr (wie GKV auch)
  • Ab 60 Jahren: Rückstellungen werden aufgelöst, Beiträge steigen langsamer
  • Gesetzliche Zuschläge: 10% werden in Altersrückstellungen angelegt

Beispiel-Entwicklung: Einstieg mit 30 Jahren, Komfort-Tarif

Mit 30 Jahren:280 €/Monat
Mit 40 Jahren:380 €/Monat
Mit 50 Jahren:490 €/Monat
Mit 60 Jahren:580 €/Monat
Mit 70 Jahren:620 €/Monat

Annahme: 3,5% jährliche Steigerung. Ab 60 Jahren verlangsamt sich die Steigerung durch Altersrückstellungen.

So sparen Sie bei der PKV

1. Früher Einstieg

Je früher Sie einsteigen, desto günstiger Ihr lebenslanger Beitrag. 5 Jahre früher = bis zu 20% Ersparnis.

2. Selbstbehalt wählen

Mit 600-1.000 € Selbstbehalt sparen Sie 50-70 € pro Monat = 600-840 € pro Jahr.

3. Leistungen anpassen

Basis statt Premium, 1. Klasse statt Sonderklasse - schon sparen Sie 100-150 € monatlich.

4. Beitragsrückerstattung nutzen

Viele Tarife erstatten Beiträge zurück, wenn Sie keine Leistungen beanspruchen (bis zu 3 Monatsbeiträge pro Jahr).

5. Tarife vergleichen

Bei gleichen Leistungen können die Beiträge um 20-40% variieren. Ein Vergleich lohnt sich!

6. Gesundheitszustand verbessern

Risikozuschläge können nach 5-10 Jahren wegfallen, wenn Ihr Gesundheitszustand sich stabilisiert hat.

Zusätzliche Kosten beachten

Neben dem Monatsbeitrag können weitere Kosten anfallen:

  • Selbstbehalt: Der Betrag, den Sie selbst tragen (0-2.000 € pro Jahr)
  • Nicht erstattungsfähige Leistungen: Manche alternative Heilmethoden, nicht verschreibungspflichtige Medikamente
  • Vorleistung: Sie zahlen Arztrechnungen erst selbst, bekommen Geld dann erstattet (Liquiditätsreserve nötig)
  • Eigenbeteiligung bei Zahn: Oft 10-20% Eigenanteil, je nach Tarif

PKV vs. GKV: Der Kostenvergleich

Wann ist die PKV günstiger als die GKV?

PKV ist oft günstiger für:

  • ✓ Selbstständige mit höherem Einkommen (ab ca. 4.000 € brutto)
  • ✓ Singles ohne Familienversicherungs-Vorteil
  • ✓ Junge, gesunde Personen
  • ✓ Beamte (durch Beihilfe extrem günstig)

GKV ist meist günstiger für:

  • ✓ Familien mit Kindern (Familienversicherung kostenlos)
  • ✓ Personen mit niedrigem Einkommen
  • ✓ Ältere Einsteiger (50+ Jahre)
  • ✓ Menschen mit schweren Vorerkrankungen

Lesen Sie auch: PKV oder GKV - Der vollständige Vergleich

Häufige Fragen zu PKV-Kosten

Kann ich die Kosten von der Steuer absetzen?

Ja, Krankenversicherungsbeiträge sind als Sonderausgaben absetzbar. Selbstständige können sie als Betriebsausgaben geltend machen.

Was passiert, wenn ich mir die PKV nicht mehr leisten kann?

Sie können in einen günstigeren Tarif wechseln (Basis- oder Standard-Tarif). Ein Wechsel zurück in die GKV ist schwierig und meist nur bis 55 Jahre möglich.

Steigen die Beiträge automatisch jedes Jahr?

Beitragsanpassungen erfolgen, wenn die tatsächlichen Kosten von den kalkulierten abweichen. Das passiert im Durchschnitt alle 1-2 Jahre mit einer Erhöhung von 3-5%.

Lohnt sich ein Tarifwechsel innerhalb der PKV?

Ja, oft können Sie bei gleichem Versicherer in einen günstigeren Tarif wechseln ohne neue Gesundheitsprüfung. Dabei bleiben Ihre Altersrückstellungen erhalten.

Fazit: Individuelle Berechnung ist entscheidend

  • Keine Pauschalpreise: Jeder Mensch zahlt unterschiedlich viel
  • Viele Stellschrauben: Alter, Gesundheit, Leistung, Selbstbehalt
  • Langfristig planen: Berücksichtigen Sie die Kostenentwicklung
  • Vergleichen lohnt sich: Bis zu 40% Unterschied bei gleichen Leistungen
  • Professionelle Beratung: Ich berechne Ihre individuellen Kosten kostenlos

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