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Schwangerschaft & Familie

Private Krankenversicherung für Kinder – Kosten, Leistungen & Vergleich mit der ÖGK

9 Min. Lesezeit
28. April 2026

Eltern wollen das Beste für ihre Kinder – auch bei der Gesundheitsversorgung. Die gesetzliche Krankenversicherung bietet in Österreich eine gute Grundversorgung, lässt aber in entscheidenden Bereichen Lücken: lange Wartezeiten beim Facharzt, eingeschränkte Kieferorthopädie-Leistungen und kaum Kassenplätze für Psychotherapie. Dieser Ratgeber zeigt, was eine private Kinderkranken­versicherung wirklich kostet und welche Leistungen sie im Vergleich zur ÖGK bietet.

ÖGK vs. Private Zusatzversicherung – der Vergleich

Wo macht die private Kinderversicherung den größten Unterschied:

LeistungsbereichÖGK (gesetzlich)Private Zusatzversicherung
AllgemeinmedizinerKassenarzt – oft WartezeitWahlarzt sofort, Kostenerstattung 80–100 %
FacharztÜberweisung nötig, Wartezeiten Wochen bis MonateDirektzugang, kurze Wartezeit, Wahlarzt wählbar
KieferorthopädieNur Grundbehandlung (feste Spange ab KIG 4–5)Volle Deckung ab KIG 3, auch Aligner und Retainer
KrankenhausaufenthaltMehrbettzimmer, AbteilungsarztSonderklasse, Einzelzimmer, Chefarzt
Psychologie / PsychotherapieSehr begrenzte Kassenplätze, lange WartelistenZeitnahe Versorgung, Kostenerstattung je nach Tarif
Logopädie / ErgotherapieBegrenzte Einheiten per VerordnungMehr Einheiten, freie Therapeutenwahl
Brillen / SehhilfenKleiner Fixbetrag alle 2 JahreHöhere Erstattung, oft bis EUR 200–400 pro Sehhilfe
VorsorgeuntersuchungenMutter-Kind-Pass Standard (U1–U9)Erweiterte Vorsorge, Privatpädiatrievisitten

Was Behandlungen ohne private Versicherung kosten

Diese Kosten kommen auf Eltern zu, die nur auf die ÖGK vertrauen – und die eine private Versicherung vollständig oder großteils übernimmt:

Kinderarzt Wahlarzt (Ordination)ca. 60–120 EUR je Besuch

ÖGK erstattet ca. 80 % des Kassenhonorars

Kieferorthopädie (volle Behandlung)ca. 3.000–6.000 EUR

ÖGK übernimmt nur bei KIG 4–5, Rest Selbstzahler

Stationärer Aufenthalt Sonderklasseca. 150–300 EUR pro Tag Aufpreis

Private Versicherung übernimmt Sonderklassezuschlag

Psychotherapie für Kinderca. 80–150 EUR pro Einheit

Kassenplätze oft 6–12 Monate Wartezeit

Logopädie (10 Einheiten)ca. 600–900 EUR privat

ÖGK limitiert auf verordnete Einheiten beim Kassentherapeuten

Brille (Kinderbrille)ca. 150–400 EUR

ÖGK-Zuschuss nur alle 2 Jahre, kleiner Betrag

Beispielrechnung: Kieferorthopädie (4.000 EUR) + 3 Jahre Psychotherapie (ca. 2.500 EUR) + erhöhte Arztkosten über 18 Jahre – ohne private Versicherung kommen schnell 8.000–15.000 EUR an Kosten zusammen, die die Eltern selbst tragen müssen.
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Häufig gestellte Fragen

Warum reicht die gesetzliche Krankenversicherung für mein Kind nicht aus?
Die ÖGK (Österreichische Gesundheitskasse) bietet eine solide Grundversorgung, hat aber spürbare Lücken: Lange Wartezeiten beim Facharzt, begrenzte Kassenplätze für Psychotherapie und Logopädie, geringe Erstattungen für Sehhilfen und nur eingeschränkte Kieferorthopädie-Leistungen (erst ab KIG-Grad 4). Eine private Zusatzversicherung schließt diese Lücken und ermöglicht rasche, qualitativ hochwertige Versorgung ohne Wartezeit.
Ab welchem Alter kann ich mein Kind privat versichern?
In Österreich kann ein Kind direkt ab der Geburt privat krankenversichert werden. Idealerweise erfolgt die Aufnahme innerhalb der ersten 2–3 Lebensmonate über die Nachversicherungsgarantie des Elternteils (ohne Gesundheitsprüfung). Aber auch ältere Kinder und Jugendliche können versichert werden – ab einem gewissen Alter findet dann eine Gesundheitsprüfung statt.
Ist die Kieferorthopädie-Deckung wirklich so ein großer Unterschied?
Ja – das ist einer der größten Unterschiede zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung bei Kindern. Die ÖGK übernimmt Kieferorthopädie nur bei KIG-Grad 4 oder 5 (schwere Fehlstellungen) und auch dann nur begrenzt. Eine Gesamtbehandlung kann 3.000–6.000 EUR kosten. Private Tarife decken KFO oft ab KIG-Grad 3 und erstatten einen deutlich höheren Anteil – das spart Eltern Tausende Euro.
Was bedeutet KIG-Grad bei der Kieferorthopädie?
KIG steht für Kieferorthopädische Indikationsgruppe. Es ist ein österreichisches Bewertungssystem für den Schweregrad von Zahnfehlstellungen. KIG 1–2: Keine oder geringe Fehlstellung, kein Kassenzuschuss. KIG 3: Mittlere Fehlstellung, private Versicherung oft schon förderungswürdig. KIG 4–5: Schwere Fehlstellungen, ÖGK beteiligt sich – aber oft nur anteilig. Private Zusatzversicherungen setzen die Grenze meist niedriger und erstatten mehr.
Deckt die Kinderversicherung auch psychologische Behandlungen ab?
Das ist ein Bereich, in dem die gesetzliche Versicherung besonders lückenhaft ist: Kassenplätze für Kinderpsychologie und -psychotherapie sind in Österreich sehr begrenzt, Wartezeiten von 6–12 Monaten sind keine Seltenheit. Gute private Zusatztarife erstatten psychologische und psychotherapeutische Behandlungen bei Wahltherapeuten – das bedeutet rasche Hilfe, wenn das Kind sie braucht.
Bleibt die Versicherung bestehen, wenn mein Kind volljährig wird?
Eine eigenständige Kinderpolizze läuft über die Volljährigkeit hinaus und muss nicht neu abgeschlossen werden. Der Versicherungsschutz gilt auch im Erwachsenenalter, die Prämie steigt mit dem Alter. Kinder, die im Elterntarif mitversichert sind, fallen mit Volljährigkeit oder Abschluss der Ausbildung aus dem Familientarif heraus – dann ist ein eigener Abschluss nötig, ggf. wieder mit Gesundheitsprüfung.
Kann ich die Kinderversicherung von der Steuer absetzen?
In Österreich können Prämien für private Krankenversicherungen grundsätzlich als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden – auch für Kinder. Die steuerliche Absetzbarkeit ist allerdings gedeckelt. Sprechen Sie mit einem Steuerberater über die konkreten Möglichkeiten in Ihrer Situation.

Quellen und weiterführende Informationen

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Jeder Fall ist individuell. Lassen Sie uns gemeinsam die beste Lösung für Sie finden.