Zurück zur Übersicht
Absicherung & Vorsorge

Begräbnisvorsorge selbst planen – 4 Wege im Vergleich und Checkliste für Österreich

8 Min. Lesezeit
29. April 2026

Die eigene Bestattung ist ein Thema, das viele Menschen vermeiden. Doch frühzeitige Vorsorge ist ein Akt der Fürsorge: Sie entlasten Ihre Hinterbliebenen in einer schweren Zeit, sichern günstige Prämien und können Ihre eigenen Wünsche dokumentieren. Dieser Ratgeber zeigt alle Möglichkeiten der Begräbnisvorsorge in Österreich – von der Versicherung über Vorsorgeverträge bis zur Eigenvorsorge – und hilft Ihnen zu entscheiden, welcher Weg zu Ihrer Situation passt.

Warum jetzt vorsorgen – und nicht "irgendwann"

Günstigere Prämien

Wer früh abschließt, zahlt lebenslang niedrigere Beiträge. Mit 45 Jahren kostet dieselbe Deckung oft halb so viel wie mit 65.

Hinterbliebene entlasten

Im Todesfall haben Hinterbliebene genug mit Trauer zu tun. Finanzielle Belastungen und Entscheidungsdruck kommen erschwerend dazu – Vorsorge nimmt das weg.

Eigene Wünsche umsetzen

Wer plant, bestimmt selbst: Bestattungsart, Friedhof, Feierlichkeiten. Ohne Plan entscheiden andere für Sie.

Begräbniskosten in Österreich 2025 – reale Kostenpositionen

Was tatsächlich anfällt – je nach Wunsch und Region:

KostenpositionVon (EUR)Bis (EUR)
Kremation / Einäscherung5001 500
Urne (Keramik oder Holz)3001 500
Sarg (einfach bis gehoben)8004 500
Aufbahrung und Transport8002 500
Bestatterleistungen gesamt1 5003 500
Friedhofsgebühren und Grabpflege5002 000
Grabstein8003 500
Trauerfeier5002 000
Blumen und Kränze100600
Verlassenschafts-Notar100500
Gesamt (Feuerbestattung einfach)3.300~9.000
Gesamt (Erdbestattung gehoben)6.000~15.000

4 Wege der Begräbnisvorsorge im Vergleich

Begräbniskostenversicherung (Sterbegeldversicherung)

Empfohlen

Kapitallebensversicherung mit kleiner Versicherungssumme (5.000–20.000 €). Zahlt die Kosten direkt an Hinterbliebene aus – auch wenn noch wenig eingezahlt wurde.

Vorteile

  • Voller Schutz ab dem ersten Tag (nach Wartezeit)
  • Ohne Gesundheitsprüfung möglich
  • Kapitalaufbau mit Rückkaufswert im Erlebensfall
  • Schnelle Auszahlung innerhalb weniger Tage

Nachteile

  • Wartezeit von 30–60 Monaten bei den meisten Anbietern
  • Im Todesfall während Wartezeit nur Prämienrückerstattung (außer Unfall)

Vorsorgevertrag beim Bestatter

Direkter Vertrag mit einem Bestattungsunternehmen. Sie legen Art und Umfang der Bestattung im Voraus fest und zahlen den Betrag ein – oft als Einmalzahlung.

Vorteile

  • Konkrete Planung der eigenen Bestattung möglich
  • Preis wird zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses fixiert
  • Keine Versicherungsprüfung

Nachteile

  • Bindung an einen Bestatter
  • Was passiert bei Insolvenz des Bestatters?
  • Kein flexibler Schutz für andere Kosten
  • Einmalzahlung belastet Liquidität

Eigenvorsorge (Zwecksparvertrag)

Sie sparen selbst einen Betrag für die Bestattung an – getrennt vom übrigen Vermögen, z.B. auf einem eigenen Konto oder in einem Fonds.

Vorteile

  • Vollständige Flexibilität
  • Kein Vertrag, keine Gebühren

Nachteile

  • Kein sofortiger Versicherungsschutz
  • Wenn der Tod frühzeitig eintritt: Kapital noch nicht angespart
  • Verlassenschaftsrecht: Das Geld gehört zur Erbmasse und kann nicht sofort für Bestattung verwendet werden

Testament und Erbschaft

Im Testament werden Wünsche bezüglich der Bestattung festgelegt und Mittel dafür reserviert.

Vorteile

  • Klare Willenserklärung für Hinterbliebene
  • Kombinierbar mit anderen Instrumenten

Nachteile

  • Testament wird oft erst nach der Bestattung eröffnet
  • Mittel aus der Erbmasse stehen nicht sofort zur Verfügung
  • Verlassenschaftsverfahren dauert Monate

Checkliste: Begräbnisvorsorge in 8 Schritten

1

Bestattungsart festlegen: Erd- oder Feuerbestattung, kirchlich oder weltlich

2

Friedhof und Grabstätte: Auf welchem Friedhof, welche Art Grab?

3

Budget festlegen: Wie viel soll die Bestattung kosten?

4

Bezugsberechtigte bestimmen: Wer soll das Geld aus der Versicherung erhalten?

5

Dokumente zusammenstellen: Geburtsurkunde, Heiratsurkunde, Testamentskopie an sicherem Ort

6

Bestatter vorab kontaktieren: Kostenvoranschlag einholen, Vergleich lohnt sich

7

Familie informieren: Hinterbliebene sollten wissen, wo Dokumente und Versicherungspolizzen aufbewahrt werden

8

Versicherung abschließen: Frühzeitig, um günstige Prämien zu sichern

Persönliche Beratung

Begräbnisvorsorge gemeinsam planen

Ich begleite Sie durch alle Schritte der Vorsorge – von der richtigen Versicherungssumme bis zur Auswahl des passenden Anbieters. Diskret, persönlich, unabhängig.

Beratungstermin vereinbaren

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Begräbnisvorsorge und warum sollte ich jetzt damit beginnen?
Begräbnisvorsorge bedeutet, die eigene Bestattung – finanziell und organisatorisch – zu einem Zeitpunkt zu planen, in dem man noch handlungsfähig ist. Viele Menschen scheuen dieses Thema, doch frühzeitige Planung hat klare Vorteile: Sie sichern günstigere Prämien bei Versicherungen, entlasten Ihre Hinterbliebenen in einer ohnehin schweren Zeit und können Ihre eigenen Wünsche bezüglich der Bestattung dokumentieren. Eine Begräbnisvorsorge ist ein Akt der Fürsorge für die Menschen, die Sie lieben.
Kann ich meine Bestattungswünsche rechtlich bindend festlegen?
In Österreich können Sie Ihre Bestattungswünsche im Testament oder in einer gesonderten Vorsorgeerklärung festlegen. Rechtlich bindend ist jedoch nur das Testament. Formlose Vorsorgeerklärungen haben keine rechtliche Bindungskraft, werden aber in der Praxis meist von Angehörigen respektiert. Empfehlenswert ist eine schriftliche Festlegung der wichtigsten Wünsche (Bestattungsart, Friedhof, Feierlichkeiten) kombiniert mit einer finanziellen Absicherung durch eine Begräbniskostenversicherung.
Was kostet eine Bestattung in Wien im Vergleich zur Landgemeinde?
In Wien sind Bestattungskosten tendenziell höher als auf dem Land. Alleine die Grabmiete auf städtischen Wiener Friedhöfen ist deutlich teurer als auf kleinen Gemeindefriedhöfen in Niederösterreich. Als grobe Orientierung: In Wien können sich Gesamtkosten für eine gehobene Erdbestattung auf 12.000–18.000 EUR belaufen. In Niederösterreich liegen die Kosten für ähnliche Leistungen bei 6.000–10.000 EUR. Eine Versicherungssumme sollte diese regionale Varianz berücksichtigen.
Kann ich meine Bestattungskosten steuerlich absetzen?
In Österreich können Bestattungskosten (Begräbniskosten, Grabstein, Blumen, Totenmahl) bis zu 20.000 EUR als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend gemacht werden – jedoch nur, wenn das Nachlassvermögen des Verstorbenen zur Deckung nicht ausreicht. Die Begräbniskostenversicherung mindert diese Belastung, schließt den Steuerabzug aber nicht aus, wenn dennoch eine außergewöhnliche Belastung entsteht.
Was passiert mit meiner Begräbniskostenversicherung wenn ich ins Ausland ziehe?
Die meisten Begräbniskostenversicherungen bleiben auch bei Wohnsitzwechsel ins Ausland aufrecht – die Versicherung ist personengebunden, nicht ortsgebunden. Die Auszahlung der Versicherungssumme erfolgt an die benannten Bezugsberechtigten in Österreich. Viele Anbieter inkludieren zusätzlich weltweite Überführungskosten bis 30.000 EUR – das deckt auch die Rücküberführung aus dem Ausland ab.
Wie informiere ich meine Familie über meine Vorsorge?
Die beste Vorsorge nützt nichts, wenn die Familie sie im Ernstfall nicht findet. Erstellen Sie einen "Notfallordner" mit allen wichtigen Dokumenten: Versicherungspolizzen, Testament, persönliche Bestattungswünsche, Kontaktdaten des Bestatters. Informieren Sie eine Vertrauensperson (Partner, erwachsenes Kind) über den Aufbewahrungsort. Als Makler helfe ich Ihnen dabei, diese Unterlagen strukturiert zusammenzustellen.
Gibt es staatliche Unterstützung für Bestattungskosten in Österreich?
In Österreich gibt es – anders als in Deutschland – kein gesetzliches "Sterbegeld" von der Sozialversicherung. Lediglich Beamte erhalten unter bestimmten Voraussetzungen eine Unterstützung. Für alle anderen ist die private Vorsorge der einzige verlässliche Weg. Manche Gemeinden oder soziale Einrichtungen gewähren in Härtefällen Unterstützung – dies ist aber nicht verlässlich planbar.

Quellen und weiterführende Informationen

Haben Sie Fragen zu Ihrer Situation?

Jeder Fall ist individuell. Lassen Sie uns gemeinsam die beste Lösung für Sie finden.