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Absicherung & Vorsorge

Begräbniskostenversicherung in Österreich – Anbieter, Prämien & Wartezeiten im Vergleich

9 Min. Lesezeit
29. April 2026

Eine Bestattung in Österreich kostet im Durchschnitt 7.500 EUR – Tendenz steigend. Viele Familien sind auf diesen Moment nicht vorbereitet und müssen in einer ohnehin schweren Zeit auch noch finanzielle Belastungen tragen. Die Begräbniskostenversicherung (auch Sterbegeldversicherung) schafft hier Abhilfe: Sie sichert die Bestattungskosten ab, baut Kapital auf und entlastet die Hinterbliebenen. Dieser Ratgeber erklärt, wie das Produkt funktioniert, welche Anbieter es in Österreich gibt und wann es gegenüber einer Risikolebensversicherung sinnvoller ist.

Was kostet eine Bestattung in Österreich wirklich?

Die tatsächlichen Kosten überraschen viele – hier eine realistische Aufstellung nach Bestattungsart:

Feuerbestattung (Kremation)

2.500 – 8.000 EUR

Einäscherung 500–1.500 €, Urne 500–1.500 €, Friedhofsgebühren 300–800 €

Erdbestattung

3.500 – 12.000 EUR

Sarg 800–4.500 €, Friedhofsgebühren 500–2.000 €, Grabstein 1.000–3.500 €

Zusatzkosten (alle Arten)

2.000 – 6.000 EUR

Bestatterleistungen 1.500–3.000 €, Trauerfeier 500–2.000 €, Blumen 100–500 €

Durchschnitt in Österreich: ca. 7.500 EUR. Dazu kommen oft noch Kosten für die Verlassenschaftsabhandlung (100–500 EUR Notargebühren) und behördliche Gebühren. Eine Versicherungssumme von 8.000–10.000 EUR deckt die meisten Standardbestattungen vollständig ab.

Wie die Begräbniskostenversicherung funktioniert

1

Vertrag abschließen

Versicherungssumme (z.B. 8.000 EUR) und Laufzeit festlegen, monatliche Prämie zahlen. Oft ohne Gesundheitsprüfung möglich.

2

Im Todesfall

Hinterbliebene oder Bezugsberechtigte erhalten die volle Summe – unabhängig davon, wie viel bereits eingezahlt wurde.

3

Im Erlebensfall

Das angesparte Kapital (Rückkaufswert) wird ausgezahlt. Es geht nichts verloren – anders als bei einer reinen Risikoversicherung.

Wichtiger Unterschied zum reinen Sparen: Wenn Sie 8.000 EUR ansparen wollen und nach 2 Jahren versterben, haben Sie vielleicht 1.000 EUR angespart. Die Versicherung zahlt dennoch die volle Summe von 8.000 EUR.

Anbieter im Vergleich – Österreich 2025

Die wichtigsten Unterschiede zwischen den Anbietern liegen bei Gesundheitsprüfung und Wartezeit:

AnbieterSumme von–bisGesundheitsprüfungWartezeit
ERGO5.000 – 20.000 €Nein30 Monate
Wiener Verein2.500 – 50.000 €JaKein (Sofortschutz)
UNIQA3.000 – 25.000 €Nein (bis 10.000 €)30 Monate
Allianzk.A. – 20.000 €Nein36 Monate
Generalik.A. – 20.000 €VereinfachtKein (Sofortschutz)
Wüstenrotk.A. – 25.000 €JaKein (Sofortschutz)
Grawe1.500 – individuell €Wählbar36–60 Monate

Bei Unfalltod gilt die Wartezeit bei allen Anbietern nicht – die volle Summe wird sofort ausgezahlt. Angaben ohne Gewähr, Stand 2025.

Prämienbeispiele nach Alter

AlterVersicherungssummeMonatliche Prämie (ca.)Laufzeit
40 Jahre8.000 €ca. 20–30 €25 Jahre
50 Jahre8.000 €ca. 25–38 €20 Jahre
60 Jahre10.000 €ca. 45–55 €25 Jahre
70 Jahre8.000 €ca. 65–80 €15 Jahre
Tipp: Je früher der Abschluss, desto günstiger die Prämie. Wer mit 40 Jahren abschließt, zahlt über die gesamte Laufzeit deutlich weniger als jemand, der mit 65 Jahren beginnt – und hat gleichzeitig von Anfang an vollen Versicherungsschutz.

Warum eine Begräbniskostenversicherung sinnvoll ist

Kein Leerausgehen: Auszahlung erfolgt unabhängig davon, wie viel eingezahlt wurde

Schnelle Verfügbarkeit: Summe steht den Hinterbliebenen innerhalb weniger Tage zur Verfügung

Kapitalbildung: Sparanteil wächst an – im Erlebensfall erhält man das angesparte Kapital zurück

Selbstbestimmung: Sie legen vorab fest, wie Ihre Bestattung aussehen soll

Entlastung der Familie: Hinterbliebene müssen nicht privat für Kosten aufkommen

Oft ohne Gesundheitsprüfung: Für ältere oder kranke Personen ein wichtiger Vorteil

Weltweite Überführungsdeckung: Die meisten Anbieter inkludieren Überführungskosten bis 30.000 €

Persönliche Beratung

Begräbniskosten sinnvoll absichern

Ich vergleiche alle relevanten Anbieter und finde den Tarif, der zu Ihrer Situation passt – ob mit oder ohne Gesundheitsprüfung, mit Sofortschutz oder günstigerer Wartezeit.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Begräbniskostenversicherung und Risikolebensversicherung?
Die Begräbniskostenversicherung ist eine Kapitallebensversicherung mit kleiner Versicherungssumme (typisch 5.000–15.000 €), die ausschließlich zur Deckung der Bestattungskosten gedacht ist. Sie baut Kapital auf und läuft, bis die Summe eingezahlt ist. Die Risikolebensversicherung hat viel höhere Summen (100.000–500.000 €), keinen Sparanteil und dient der Existenzsicherung der Hinterbliebenen. Beide Produkte erfüllen unterschiedliche Zwecke und können sich sinnvoll ergänzen.
Warum gibt es eine Wartezeit bei Begräbniskostenversicherungen?
Die Wartezeit (meist 30–36 Monate) schützt den Versicherer vor dem sogenannten "Antiselektionsrisiko": Personen, die bereits absehbar sterben werden, sollen nicht kurz vor dem Tod einen Vertrag abschließen, um die volle Summe zu erhalten, ohne entsprechend eingezahlt zu haben. Während der Wartezeit erhalten Hinterbliebene meist nur die eingezahlten Prämien zurück. Bei Tod durch Unfall gilt die Wartezeit in der Regel nicht – die volle Summe wird sofort ausgezahlt.
Bekomme ich meine eingezahlten Beiträge zurück, wenn ich die Versicherung kündige?
Ja – bei einer Begräbniskostenversicherung mit Sparanteil erhalten Sie im Erlebensfall oder bei Kündigung den aufgebauten Rückkaufswert. Dieser ist in den ersten Jahren meist niedriger als die eingezahlten Prämien (Aufbauphase, Kosten). Ab einem gewissen Zeitpunkt entspricht er dem angesammelten Kapital. Im Vergleich zu einer reinen Risikolebensversicherung ist die Begräbniskostenversicherung also kein "verlorenes Geld".
Kann ich auch als ältere Person (70+) noch eine Begräbniskostenversicherung abschließen?
Ja, viele Anbieter versichern Personen bis 75 oder sogar 85 Jahre – ohne Gesundheitsprüfung. Das ist einer der großen Vorteile gegenüber anderen Versicherungsprodukten. Die Prämien sind im Alter entsprechend höher, aber der Zugang bleibt offen. Für Senioren mit wenig Vermögen ist die Begräbniskostenversicherung oft das einzige Produkt, das sie noch abschließen können.
Wie hoch sollte ich meine Versicherungssumme wählen?
Als Faustregel empfehlen wir für eine Standardbestattung in Österreich eine Versicherungssumme von 7.000–10.000 EUR. Eine einfache Feuerbestattung kann ab 4.000–5.000 EUR gedeckt sein, eine aufwendigere Erdbestattung mit Grabstein und Trauerfeier kann 10.000–12.000 EUR kosten. Wer bestimmte Wünsche hat (z.B. Grab auf einem bestimmten Friedhof, besondere Trauerfeier), sollte die Summe entsprechend höher wählen.
Sind Begräbniskosten steuerlich absetzbar?
In Österreich können Begräbniskosten (inkl. Grabstein, Totenmahl und Blumenschmuck) bis zu einem Betrag von 20.000 EUR als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend gemacht werden – vorausgesetzt, das Nachlassvermögen des Verstorbenen reicht zur Deckung nicht aus. Dieser Steuerbonus wird von vielen Hinterbliebenen nicht genutzt. Eine Begräbniskostenversicherung macht die Kosten zwar planbar, die steuerliche Absetzbarkeit bleibt aber trotzdem erhalten.
Was passiert, wenn ich länger lebe als geplant und mehr einzahle als die Versicherungssumme?
Das ist der Sparcharakter der Begräbniskostenversicherung: Bei manchen Tarifen endet die Prämienzahlungspflicht, sobald die Versicherungssumme durch eingezahlte Prämien erreicht ist. Bei anderen Tarifen zahlen Sie bis zu einem bestimmten Endalter. Im Erlebensfall erhalten Sie das angesparte Kapital (Rückkaufswert) ausgezahlt. Details sind je nach Anbieter und Tarif unterschiedlich – prüfen Sie das im Antrag.

Quellen und weiterführende Informationen

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